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Jeder braucht Schönheit genauso wie Brot und Orte, an denen er spielt oder betet. Aber die Natur kann heilen und aufmuntern und die Seele und den Körper gleichermaßen stärken. John Muir

 

 

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Emma, Hedwig und Helene

 Hallo, hier sind Emma und Hedwig! Wir sind zwei Indische Laufenten und gehören irgendwie seit einigen Jahren mit dazu. Unser Frauchen suchte nämlich eine vernünftige Lösung, der Schneckenplage in ihrem wunderschönen Garten Herr zu werden. Und da Schnecken neben Asseln und Würmern unsere Leibspeise sind, dürfen wir nun jeden Tag durch den Garten wandern, unsere Schnäbel überall hineinstecken (was sonst ja wohl bei Menschen nicht so beliebt ist) und es uns gut gehen lassen. Und gut geht’s uns wirklich! Wir haben einen feinen Stall, der uns nachts vor Füchsen und Mardern schützt, und einen Teich nur für uns. Den meint unser Herrchen allerdings öfter sauber machen zu müssen; angeblich soll er unangenehm riechen!

Am Abend bekommen wir immer eine Schüssel Körner. Die soll irgendwie auch als Lockmittel dienen, uns in den Stall zu bekommen. Aber wer geht schon freiwillig ins Bett, wo es doch draußen noch so viel zu entdecken gibt. Und dann machen wir uns einen Spaß und rennen immer wieder am Stall vorbei, bis unsere Menschen es für ein paar Minuten aufgeben. Soll doch einer sagen, wir wären dummes Federvieh!

Auch so werden wir oft unterschätzt. Wir können nämlich ganz gut unterscheiden, wer es gut mit uns meint, und wann es sich lohnt, seinen Mittagsschlaf vorzeitig abzubrechen. Geht unser Herrchen zum Kompost, darf man den Moment auf keinen Fall verpassen, denn er spendiert uns immer Regenwürmer – seine Frau nicht. Sie hat aber öfter eine Hacke in der Hand und da lohnt es sich auch hinterher zu rennen; irgendetwas Eßbares kommt bei der Arbeit immer ans Licht. Harken sind im Gegensatz zu Spaten und Hacken völlig uninteressant, dabei passiert absolut nicht, so daß man getrost weiterdöseln kann.

So sieht es also aus, unser Entenleben! Und wenn uns die Vogelgrippe weiter verschont, werden wir in Zukunft noch mehr von uns berichten. Bis dahin ein freundliches Nak Nak!

Leider gibt es unerfreuliche Nachrichten. Nicht die Vogelgrippe hat uns erwischt, sondern der Fuchs meine Freundin Emma. Er kam ganz überraschend, hat Emma getötet und mich, Hedwig, schwer verletzt. Dank meiner Menschen bin ich zwar wieder wohlauf, aber es ist doch sehr einsam. Mit keinem kann ich mich mehr über die leckeren Würmer und Schnecken unterhalten und auch das Planschen im Teich ist nicht mehr das, was es mal war. Es gibt zwar jemanden Neues in meinem Leben, aber ob er der Wahre ist.... Er heißt Friedrich und ist ein Katerfindelkind, daß meine Menschen aufgepäppelt haben. Mittlerweile habe ich ihm seine Grenzen gezeigt und er respektiert mich. Wenn es dunkel wird, hilft er, mich in den Stall zu bringen. Er macht das sehr gut, so daß ich kaum noch dazu komme, eine Ehrenrunde am Stall vorbeizudrehen. Aber auch das war zu zweit lustiger.

Mittlerweile ist einige Zeit vergangen und vieles hat sich geändert. Durch einen glücklichen Zufall kam im April Helene zu uns - eine junge Entendame, die ihren Vorbesitzern wohl zu viel Arbeit gemacht hat und deshalb in die Freiheit entlassen wurde. Wir verstanden uns auf Anhieb und das gemeinsame Entenleben hätte so schön sein können... Aber Helene beschloß zu brüten, und noch dazu auf tauben Eiern. Sie hofft also nun, irgendwann einmal Entenmama zu werden und nimmt auch ihre Brutpflichten sehr Ernst. lLeider!!! Denn nun bin ich wieder allein auf Schneckenjagd unterwegs;aber vielleicht hat sie ja irgendwann den Schnabel voll und kommt mit in den Garten. Schließlich müssen wir doch gemeinsam unseren neuen Kater Emil begrüßen, Friedrich wurden nämlich Opfer eines Unfalls. Nun hoffen wir alle, daß Emil etwas vorsichtiger ist und wir noch viel Spaß gemeinsam haben!

Das neue Jahr ist nun auch schon ein paar Tage alt und wir haben den langen Winter gut überstanden. Nun genießen wir jeden Tag, an dem wir unsere Schnäbel in die Erde stecken können, um dort nach Schnecken, Asseln und anderem Gewürm zu suchen. Alles wäre so schön, wenn unser Frauchen nicht beschlossen hätte, uns falsche - wenn auch "echte" Eier unterzuschieben. Sogar ein Nest hat sie gebaut, denkt wohl, wir lassen uns zum Brüten überreden! Nein, das machen wir so, wie es uns paßt,auch wenn es nichts wird! Aber wie wir sie kennen, wird sie wohl noch so einige Tricks anwenden, um uns zu Entenmamis zu machen. Mal sehen, was daraus wird!

Nun ist die Zeit gekommen, wo es mir passt, zu brüten. Leider hab ich ja nur taube Eier gelegt... aber mein Frauchen hatte eine Idee und dachte, ich-Helene-merke das nicht. Hat sie doch befruchtete Eier besorgt und gegen meine ausgetauscht. Schon irgendwie frech, aber natürlich freu ich mich riesig, doch Mutti zu werden. Wenn bloß die Zeit nicht so läng wär. Früh vertrete ich mir mal schnell die Beine, springe in den Teich und fang mir ein paar Leckerlis auf der Wiese-aber dann rufen die Pflichten. Also wieder rein in den Stall und die Eier warm halten. Zwischendurch und gegen Abend gönn ich mir dann noch mal einen kurzen Ausflug-mir schlafen ja die Beine ein vom langen Sitzen! Und dabei darf ich ja nie vergessen, die Eier schön zuzudecken, damit sie nicht kalt werden... Und aufpassen muß ich, dass sie mir keiner stibitzt- einige hat schon jemand geholt, weiß bloß nicht, wer es war. Aber wenn ich den erwische!!!

Nun ist meine Brütezeit vorüber und ich bin keine Entenmama geworden! Hab mir so viel Mühe gegeben und es hat einfach nicht geklappt... Kann nun mit Hedwig den ganzen Tag über wieder auf Schneckenjagd gehen. Und so wie ich meine Menschen gehört habe, startet im Frühjahr ein neuer Versuch!

Leider gibt es wieder nichts Erfreuliches aus Entenhausen zu berichten. Meine allerbeste Helene hat den Winter nicht überlebt! Nun bin ich alte Entendame wieder allein, hoffe, dass mein Teich endlich auftaut-ich fühle mich so ungebadet und zersaust; zu allem Elend verliere ich noch Federn- und dass endlich Frühling wird. Aber vor allem such ich wieder weibliche Begleitung! Sie sollte ca. 1-2 Jahre alt sein, nett, anpassungsfähig und gesprächsfreudig. Würde mich sehr über ernstgemeinte Zuschriften oder Mails freuen, denn so ein Entenleben allein taugt wahrlich nicht viel! Die Adressen findet Ihr auf den anderen Seiten! Also vergeßt mich nicht! Eure Hedwig

Mittlerweile sind wir nun zu dritt, zwei junge Entendamen begleiten mich nun durch meinen Garten. Alma und Minna müssen sich noch etwas eingewöhnen und sind mir manchmal etwas zu laut und kindisch, komme halt in die Jahre, wo Ente etwas mehr Ruhe braucht. Aber es tut gut, nicht mehr allein auf Schneckenjagd zu gehen.

Nachdem ich mich so lange nicht aus dem Entengarten gemeldet habe, wird es aber nun höchste Zeit. Die Tage werden ja nun wieder kürzer und so bleibt mir endlich die Zeit, die letzten Neuigkeiten zu berichten. Wie allen bekannt ist, sind zu viele Frauen auf einmal oft recht anstrengend, also wurde Minna kurzerhand gegen Janosch, unseren ersten männlichen Begleiter eingetauscht. Das war vielleicht Stress für uns alle! Es dauerte schon einige Tage, bis wir geklärt hatten, wer was zu sagen hat. Aber inzwischen sind die anfänglichen Schwierigkeiten überwunden und wir verstehen uns alle prächtig. Von Minna haben wir per Entenpost ähnliches gehört, aber ein bißchen vermissen wir sie schon noch.

Der Fuchs war! Frauchen hat es nachts bemerkt - und da war es schon zu spät. Alma hat es leider nicht geschafft, Janosch rettete sich, schwer verletzt und ich, alte Entendame von 11 Jahren! bin wieder auf den Teich geflüchtet, wo der Rote keine Chance hat. Aber irgendwie muss er mich auf dem Weg dahin doch erwischt haben, hatte dann so meine Sorgen mit dem Gleichgewicht, kippte immer um, kam nicht aus dem Teich. Hab mich richtig alt gefühlt, kann ich Euch sagen! Auf jeden Fall werden wir nun sicherheitshalber nachts eingeschlossen und hoffen, dass der Fuchs nicht auch das Schloss noch aufbekommt.

Tja und als es mir etwas besser ging, rollt doch Frauchen mit dem Auto zur Hälfte über mich-hab sie scheinbar nicht gehört und sie mich nicht gesehen. Viele schöne Federn hab ich eingebüßt, häßliche Schrammen an den Beinen und Prellungen. Irgendwie scheint der Lack langsam abzugehen...aber ich hab mich wieder aufgerafft, Janosch beschützt mich seitdem ritterlich, greift alle Zweibeiner und Emil an und tut sich mächtig wichtig. Na soll er!

So einen schönen Winter hatten wir lange nicht! Kein Schnee und keine Kälte! Was für eine Wohltat für meine armen alten Watschelbeinchen. Irgendwie ähneln die auch immer mehr, der einer superalten Ente. Gar nicht so schick orange wie die von Herrn Erpel... Aber jetzt wo Frauchen gelesen hat, dass wir eigentlich nur 10 Jahre alt werden sollen, ist mir das egal-bin ja schließlich fast 12!!! Da soll es auch so ein Rekordbuch geben-vielleicht schaffe ich es ja noch, da einmal drin zu stehen. Drückt also alle die Daumen, dass Fuchs und Vogelgrippe einen Riesenbogen um uns machen!